Gesamtkonzept „Inklusive Schule“

Gesamtkonzept „Inklusive Schule“ beschlossen: Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen

Pressemitteilung
Berlin, den 25.01.2011

Aus der Sitzung des Senats am 25. Januar 2011:

Mit dem Gesamtkonzept „Inklusive Schule“ will der Senat schrittweise die UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen. Unabhängig vom Angebot der inklusiven Beschulung behalten Eltern weiterhin das Recht, ihre Kinder an sonderpädagogischen Förderzentren lernen zu lassen. Einen entsprechenden Bericht an das Abgeordnetenhaus hat der Senat heute auf Vorlage des Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, beschlossen.

Berlin ist bereits gegenwärtig in der integrativen Beschulung von Kindern sehr weit: Von insgesamt 19.624 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden bereits 8.332 (42,46 %) integrativ beschult. Die größte Gruppe der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf stellen mit 74 % die Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten „Lernen“, „Sprache“ und „Emotional-soziale Entwicklung“. Ziel ist es, diese Gruppe weitgehend inklusiv in allen Berliner Grund- und weiterführenden Schulen zu unterrichten.

Des Weiteren soll der Anteil inklusiv beschulter Kinder mit Körper-, Sinnes- und geistigen Behinderungen und Autismus weiter erhöht werden. Dafür werden in jedem Bezirk mindestens eine Grundschule und eine Integrierte Sekundarschule zu inklusiven Schwerpunktschulen entwickelt.

Um eine bessere Vergleichbarkeit bei der Feststellung von sonderpädagogischem Förderbedarf in Berlin zu erreichen, wird eine zentrale Diagnostikstelle eingerichtet. Ein weiterer Baustein des Konzepts ist die Weiterentwicklung der Förderzentren zu Beratungs- und Unterstützungszentren in den Bezirken. Hier stehen dann inklusionserfahrene Pädagogen und Sonderpädagogen für Schulen und Eltern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Der Umsetzungsbeginn ist frühestens zum Schuljahr 2012/13 geplant und kann gründlich unter Beteiligung der Betroffenen vorbereitet werden. Insgesamt wird für die Umsteuerung zur inklusiven Schule von einem Zeitraum von mindestens vier Jahren ausgegangen. Schulen, die bereits jetzt starten wollen, können dies mit einer Teilnahme am Projekt „INKA – Inklusive Schule auf dem Weg“ befördern.

Der gesamte Umsteuerungsprozess zur Inklusion an Berliner Schulen wird wissenschaftlich durch die Humboldt-Universität zu Berlin begleitet.

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