Sprachtests

„zu kurz, zu spät, zu abstrakt“

Sonntag, 31. Oktober 2010, 00:00 Uhr, Alter: 258 Tage

Reaktion auf den Artikel der ZEIT Nr. 43, 2010

Liebe Kolleginnen und Kollegen, „zu kurz, zu spät, zu abstrakt“ – was nach einer dbs-Stellungnahme zum föderalen Aktionismus in Sachen Sprachförderung klingt, ist die Überschrift eines lesenswerten Artikels bei Zeit Online http://www.zeit.de/2010/43/B-Sprachtests. In ihm zieht Martin Spiewak ein vernichtendes Resümee der bildungspolitischen Bemühungen um die Sprachfähigkeiten von Kindern mit Migrationshintergrund. Erschreckend, dass er sich dabei auf Studien zur Wirksamkeit der Sprachkurse bezieht, die z. T. noch in schulministeriellen Schubladen unter Verschluss gehalten werden. Aber gut, dass nicht wieder wir den Buhmann und Bedenkenträger spielen müssen. Vielleicht kommen die Botschaften besser an, wenn sie frei von berufsständischen Interessen transportiert werden.

„Was können uns die traurigen Ergebnisse schon bringen?“, werden Sie fragen. Ermutigung, uns weiterhin für eine spezifische Versorgung sprachgestörter Kinder einzusetzen, weil unser Kompass stimmt:

  1. Sprachentwicklung ist kein läppischer Entwicklungsgegenstand, der sich bei Fünfjährigen mal eben so einrenken lässt, um damit die Bildungspolitik glänzend dastehen zu lassen.
  2. Noch weniger als mehrsprachig aufwachsende Kinder gehören spracherwerbsgestörte Kinder in abstrakte nach dem Gießkannenprinzip verabreichte Deutschkurse.
  3. Die Anwendung spezifischer Lern- und Therapieprogramme durch notdürftig geschultes Personal ist kontraindiziert, sie gehört in Spezialistenhände.
  4. Die Zuständigkeiten zwischen Bildungs- und Gesundheitswesen, die Aufgabenteilung zwischen Erzieherinnen und Sprachtherapeutinnen bei der Einflussnahme auf die kindliche Sprachentwicklung müssen sinnvoll definiert und koordiniert werden.

Ausführlich und noch immer aktuell befasst sich mit diesem Thema auch die dbs-Broschüre, die Sie bei der dbs-Geschäftsstelle bestellen können.

Ulrike de Langen-Müller

11.01.2011 -(red/pm) Welches Kind wird später in der Schule Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben? Um das voraussagen zu können, wurde seit den 90er Jahren häufig ein bestimmtes Testverfahren angewendet, das auch Grundlage von Förderzuweisungen für Kindergarten- und Schulkinder war. Das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) an der Universität Ulm hat dieses Testverfahren, genannt Differenzierungsprobe, in einer Studie mit 1.441 Grundschülern überprüft. Das Ergebnis: Der Test hat kaum Vorhersagekraft. (…) Mehr hier

Delfin Test in NRW- umstritten

http://bildungsklick.de/a/53246/sprachtests-in-nrw-es-geht-nicht-um-die-kinder/

Delfin 4. Der Name ist nicht etwa eine possierliche Reminiszenz an Flipper, sondern meint „Diagnostik, Elternarbeit und Förderung der Sprachkompetenz Vierjähriger in NRW“. Das Ergebnis: von 145 000 Kindern sind 95 000 durchgefallen. War der Test zu schwer oder sind die Kinder zu dumm? Nein, der Test ist schlecht – ein Armutszeugnis der Pädagogik.(…)

Delfin-Wikipedia

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